Grundsätzlich unterscheidet man Naturfasern und Kunstfasern.

Acryl

Acryl ist eine Kunstfaser. Der Begriff leitet sich ab aus dem lateinischen acer „scharf“ oder dem griechisch ákros „spitz“, vermutlich weil der Geruch der Acrylsäure scharf empfunden wird. Acryl ist eine Sammelbezeichnung von chemischen Substanzen. Es wird beispielsweise zur Beschichtung von preiswerter Regenkleidung verwendet.

Alpaka

Alpaka ist eine Naturfaser. Es bezeichnet die aus Südamerika stammende Wolle des Alpaka-Lamas Alpakas werden an anderer Stelle auch als Kamelart bzw. Schafskamel bezeichnet. Alpakas sind recht wollige und ausgesprochen neugierige Tiere, die in den Anden noch oft als Haustiere gehalten werden. Die Wolle der Alpakas ist sehr fein, weich und widerstandsfähig. Man sollte sie aber nur alle zwei Jahre scheren. Alpakas liefern bei einer Schur ca. drei bis vier Kilogramm Wollfasern.

Baumwolle

Baumwolle ist eine Naturfaser. Sie wird aus den Samenhaaren der Pflanzen der Gattung Baumwolle (Gossypium) gewonnen. Der Baumwollball - der Fruchtstand der Baumwollpflanze - wird geöffnet und die Fasern trocknen und verhaken sich untereinander. Die Faser wird in der Regel zu dünnen Fäden gesponnen.

Bei der Aufarbeitung der Baumwolle werden bis zu 90% des Rohgewichtes erhalten. Die Baumwollfaser ist ein natürliches Polymer aus Zellulose. Die besondere Anordnung der Zellulose verleiht der Baumwolle eine hohe Reißfestigkeit.

Aus den Fäden webt man dann die Stoffe für Kleidung, Wäsche, Bettwäsche u.a. Textilien. Je nach der Art wie die Baumwollfäden gewebt werden entstehen beispielweise Batist, Fil-á-fil, Popeline, Twill und Pinpoint.

Baumwolle wird seit einigen Tausend Jahren zur Herstellung leichter Kleidung verwendet. Sie ist nicht nur in tropischen Gebieten weit verbreitet, sondern hat auch im mitteleuropäischen Klima viele Freunde gefunden. Die ökologisch hergestellte und verarbeitete Baumwolle hat eine gute Ökobilanz. Sie ist verrottbar und trocknet sehr langsam.

 

Brokat

Als Brokatstoff bezeichnet man einen schweren, festen, gemusterten Stoff aus Seide oder Rayon, mit Gold- oder Silberfaden Einwebungen (Gold- oder Silberbrokat). Seidenbrokat besteht ausschließlich aus reiner Seide.

Brokat war beliebt für Prunkgewänder und -schuhe und wurde gerne von Adeligen und kirchlichen Würdenträgern getragen.

Batist

Batist (frz.) ist ein sehr feinfädiger, dicht gewebter leichter Stoff. Dieser besteht vorwiegend aus Baumwolle, teilweise aber auch aus Chemiefaser, Leinen, Seide oder Viskose.

Cordura

Cordura, eingetragene Textilmarke der Firma DuPont, ist ein Gewebe aus Polyamid (Nylon). Bei ihrer Herstellung werden geschnittene Polyamid-Fasern erneut versponnen und dann verwebt. Cordura ist reißfester als normales Nylon. Es wird vorwiedgend zur Herstellung von Sporttaschen, Rucksäcken etc. verwendet. Aufgrund seiner Struktur ist es relativ schwer zu beschichten.

Denim, Jeansstoff

Denim ist ein robuster Stoff in Köperbindung. Levi Strauss fertigte aus Denim die erste klassische Jeans gemacht wurde.

Traditionell wird für Denim ein Kettköper verwendet, bei dem nur die Schussfäden mit Indigo gefärbt, die Kettfäden jedoch ungefärbt sind. Indigo  ist ein tiefblauer Farbstoff, er wird pflanzlich aus der indischen Indigopflanze oder dem einheimischen Färberwaid gewonnen. Als Ersatz für Indigo verwendeten amerikanische Siedler sogenanntes Bastardindigo (Amorpha fruticosa) zum Blaufärben.

Das Denimgarn ist nicht durchgehend, sondern nur von der Oberfläche her, gefärbt. Die Fäden werden mehrfach, in der Regel das 5–7 mal, durch das Färbebad gezogen, dazwischen immer wieder an der Luft mit Sauerstoff in Kontakt gebracht. Je häufiger die Fäden ins Färbebad kommen, um so tiefer ist die Blaufärbung. Das Garn wird nie komplett durchgefärbt. Deshalb sind Jeans so gut auswaschbar und durch Reibung aufzuhellen (stonewashed).

Wegen der Abbaureaktion des Indigo treten nach längerer Lagerung der Jeansgewebe gelbliche Stellen auf. SIe sind nach dem Waschen heller als der Rest des Kleidungsstückes.

Elasthan

Elasthan ist eine Kunsfaser.Es ist ein sehr dehnbares Material mit 85% Polyurethan-Anteil. Ein bekannter Elasthan-Markenname ist Lycra; Dessen Dehnfähigkeit beträgt bis zu 500-700%.

Filz

Filz ist ein Vliesstoff aus Wolle. Die gereinigte, gekämmte und eventuell gefärbte Rohwolle wird durch eine meist mechanische Bearbeitung in einen festen Stoff gebracht. Die einzelnen Fasern sind dabei miteinander ungeordnet verschlungen.

Die Verfestigung entsteht durch Nassfilzen oder Walken des ungebundenen Vlies mit warmem Wasser und Seife. Es ist die traditionelle, handwerkliche Verarbeitung der Wolle. Diese Verfestigubngsart von Filz wird in Europa nur noch kunsthandwerklich, im Hobby- oder Pädagogikbereich durchgeführt, weil es einen hohen Zeitaufwand erfordert

Das Trockenfilzen  entsteht durch

die behandling der trockenen Wolle mit spezieller Nadeln.

Die heute häufigste Form des Verfilzens ist industrieller Filz oder Nadelfilz. Er wird mechanisch mit zahlreichen Nadeln mit Widerhaken hergestellt. Durch wiederholtes einstechen werden die Fasern miteinander verschlungen und eventuell anschließend chemisch oder mit Wasserdampf nachbehandelt.

Auch Loden ist einen Filzart. Lode wird erst gewebt, dann verfilzt. Loden spielt eine wichtige Rolle für Trachten.

Fleece

Fleece ist das englische Wort für Flausch, Vlies. Fleece ist ein synthetischer Webpelz aus Polyester, nicht zu verwechseln mit Vliesstoff (dieser Vlies besteht aus lose zusammenliegenden Fasern). Fleece kommt zum Einsatz bei wärmender Funktionsbekleidung im Outdoorbereich Oberbekleidung, wie Jacken, Hosen, Mützen, Handschuhe, Decken und Futterstoffe.

Man unterscheidet folgende Fleece-Qualitäten: 100er Micro Fleece, 200er Basic , der am häufigsten verwendet wird, 300er dicker Fleece.

Frottée

Frottée, französich "reiben", ist besonders Saugfähig und hat einen angenehmen Griff. Frotteestoff besteht häufig aus gezwirntem Baumwollgarn.

Für die Herstellung verwendet man spezielle Webmaschinen. Es werden zwei Systeme mit Kettfäden benötigt – eines für den Grund, welcher den Stoff zusammenhält, und eines für die Noppen.

Frotte kommt insbesondere bei Heimtextilien wie Handtücher, Waschlappen, Fixleintücher und Bademänteln und zum Einsatz. Auch als Kinderkleidung ist Frotte sehr beliebt.

Gewebe (Textil)

(Textil-)Gewebe entsteht durch das Weben von Fäden. Es ist ein rechtwinkeliges Flächengebilde, Fäden in der Längsrichtung heißen Kettfäden, die Querfäden heißen Schussfäden. Die Art, welche Kettfäden angehoben bzw. gesenkt werden, definiert die sogennante Bindung, also das Warenbild. Die Industrie unterscheidet drei wesentliche Bindungsarten: die Leinwandbindung, die Köperbindung und die Atlas- oder Satinbindung. Die Bindungen beeinflussen die Eigenschaften eines Gewebes, wie z.B. das Aussehen, die Schiebefestigkeit oder die Drapierbarkeit.

Durch die Verwendung unterschiedlicher Garne (Dicke, Farben etc.), Gewebe mit (farbigen) Mustern herzustellen. So entstehen Buntgewebe, zu ihnen gehören zum Beispiel Nadelstreifen-, Pepita-, Fischgrat-, Hahnentritt- und Schottenmustergewebe.

Gewebe haben eine Ober- und eine Unterseite. Wenn die beiden Seiten gleich aussehen, nennt man das Gewebe "gleichbindig". Ein gleichbindiges Gewebe ist beispielsweise Leinen. Je nach Abstand und Eigenschaften der Fäden entstehen lockere Gewebe oder dichtere Gewebe. Elastizität in der Längsrichtung entsteht durch Gummifäden, die als Kettfäden verwendet werden.

Textilgewebe werden nach folgenden Kenngrössen beurteilt: Verwendete Fasern (Naturfasern, Chemiefasern), Flächengewicht in g / m2, Fadendichte und Bindungsart.

Gore Tex (GTX)

Gore Tex ist eine mikroporöse Membran aus Poly Tetra Fluor Ethylen (PTFE) DIe Membran wird auf auf Trägergewebe aufgebracht und erreicht dadurch Eigenschaften wie Wasserdichte, Winddichte und Atmungsaktivität.

Es werden die Verarbeitungsweisen 2 Lagen GTX, 3 Lagen GTX und Z-Liner GTX in der Art der Aufbringung der Membran und der Wasserdampfdurchlässigkeit unterschieden.

Jersey

Der Name Jersey stammt vermutlich von der gleichnamigen Insel ab. Es ist ein weicher, meist elastischer Stoff. Jersey entsteht durch stricken ((wirken) aus Wolle, Wollmischgarnen, Baumwolle oder Seide. Jersey hat ähnlichkeit mit einer leichter Rippenmusterung. Der Stoff kommt insbesondere in der DOB zum Einsatz.

Kaschmir

Kaschmir ist die Kurzbezeichnung für Kaschmirwolle, benannt nach der Region Kaschmir, die sowohl von Indien als auch Pakistan beansprucht wird. Kaschmirwolle wird aus dem Unterfell der Kaschmirziege gewonnen. Die tiere werden zum Ende des Winters gekämmt, so kommt man an die Wolle. Jedes Tier liefert ca. 150 Gramm, die von Hand von den einzelnen Oberhaaren (Grannen) gereinigt werden müssen.

Der Qualität richtet sich nach der Feinheit, der Länge und der Farbe. Die Haare sollten möglichst fein (dünn), lang und hell sein. Die  feinste und wertvollste Kaschmirwolle heißt Pashmina. Aus Kaschmir werden edle Kleidungsstücke wie zum Beispiel Schals und Mützen angefertigt.

Leinen

Leinen ist eine Faser aus der Flachspflanze. Leinenstoff wurde ab ca. 1900  durch Baumwolle und Kunstfaser zurückgedrängt. Leinen kommt in der Mode und Kleiderindustrie als Wergleinwand oder Hedeleinen, halbflächsene oder Halbhedeleinen, halbbaumwollene oder Halbleinen vor.

Flachsleinwand (aus reinem Flachs) oder Hanfleinwand (aus reinem Hanf) ist eher grob und wird vielmehr in der Möbelindustrie und zu Dekozwecken verwendet.

Loden

Loden ist einen Filzart. Loden wird erst gewebt, dann verfilzt. Loden spielt eine wichtige Rolle für Trachten.

Mikrofaser

Mikrofaser ist ein Sammelbegriff für Fasern, deren Einzelfäden sehr fein sind. Mikrofasern haben den halben Durchmesser von Seidefasern, ein Drittel des einer Baumwollfaser, ein Viertel feiner Wollfasern und nur ein Hundertstel eines menschlichen Haares. Die Stärke eines einzelfadens wird in der Einheit "Denier"gemessen. Eine Mikrofaser hat meistens zwischen 0,5 bis 0,6 Denier. Mikrofasergewebe fühlen sich sehr weich an und behalten sehr gut ihre Form.

Musselin

Mit Musselin bezeichnet man einen Stoff aus Baumwolle, Viskose-Spinnfasern oder Wolle, der feinfädige und glatt ist. Mousselin wird je nach Zweck stückgefärbt oder bedruckt. Mousseline kommt häufig bei Wohntextilen zum Einsatz. Der Stoff ist nach dem ersten Herstellungsort, der Stadt Mossul am Tigris, benannt.

Nylon

Nylon ist eine hochwertige Kunstfaser. Sie besteht aus Polyamid und gilt als extrem scheuer- und abriebfest. Eine der bekanntesten Kleidungsstücke aus Nylon sind Damenstrumpfhosen.

Polyester

Heute versteht man unter Polyester die große Familie synthetischer Polymere (Kunststoffe).

Seide

Seide wird aus den Kokons der Seidenraupe gewonnen. Ursprünglich vermutlich aus China stammend, war Seide eine wichtige Handelsware, die über die Seidenstraße nach Europa transportiert wurde.

Die Seidenspinnerraupen in Europa stammen von geschmuggelten Eiern ab, die zwei Mönche im Jahr 555 außerhalb von China gebracht haben. Sie waren im Auftrag des byzantinischen Kaisers unterwegs. Hätte man die beiden Mönche gefasst, wäre Ihnen der Tod sicher gewesen, denn der Export der Seidenraupen Eier war strengstens verboten.

Man unterscheidet zwischen Maulbeerseide und Wildseide (Tussahseide). Maulbeerseide wird aus der Zucht von Raupen gewonnen, die sich von den Blättern des Maulbeerbaums ernähren (Serikultur). Für Wildseide werden die Kokons der bereits geschlüpfter Schmetterlinge verwendet .

Um Seide zu gewinnen, werden die Fäden, in die sich der Seidenspinner einwickelt, vom Kokon abgehaspelt. Um Seide von hoher Qualität zu erzeugen, sind bei der Zucht der Raupen besondere Bedingungen zu beachten. Sie wurden lange Zeit von Generation zu Generation als Geheimnis vererbt.

Hier geht es zu: Seidenqualitäten und Seidenstoffe in alfabetischer Reihenfolge

Tactel

Tactel ist eine Kunstfaser auf Polyamid-Basis. Durch ihre feinste Microfaser-Qualitäten werden Tactelstoffe häufig für Sportbekleidung eingesetzt.  Heute fertigt man aus Tactel auch für Beruf und Freizeit tragbare Mode.

Trevira

Trevira ist ein Markenname für Polyester Stoff. Es gehört zu den Kunstfasern.

Tweed

Tweed ist ein Stoff mit Handwebcharakter. Tweed-Garne sind mit Unregelmäßigkeiten und Noppen gewebt und haben so eine mit unruhige, wollige, auch melierter Oberfläche. Tweed soll wirken wie handgesponnen.

Viskose

Viskose ist letzlich eine Naturfaser, die künstlich aus regenerierter Zellulose hergestellt wird. Im Herstellungsverfahren werden Chemikalien eingesetzt, die im Endprodukt aber nahezu vollständig entfernt worden sind. Die Viskosefaser besteht letztlich aus 99% Zellulose. Viskose ist nur wenig elastisch. Sie wird bei Blusen und Hemden eingesetzt.

Wolle

Wolle bezeichnet die weichen Haare des Fells bestimmter Säugetiere. Häufig ist mit Wolle kurz die Schafwolle gemeint. Wolle gehört wie Seide und Kasein zu den Proteinfasern.

Die Wolle besitzt natürliche Thermoregulations-Eigenschaften: sie kann im Inneren der Fasern Wasserdampf aufnehmen, die Oberfläche stößt Wasser jedoch ab. Wolle kann bis zu 33 % ihres Trockengewichtes an Wasser aufnehmen, ohne sich feucht anzufühlen, sie leitet Feuchtigkeit wesentlich schneller ab als etwa Baumwolle. Wollerzeugnisse bestehen aus bis zu 85 % Luft, bezogen auf ihr Gesamtvolumen. deshalb wärmen sie gut. Wolle ist schmutzabweisend, knittert nur wenig, da die Faser sehr elastisch ist,

Wolle ist sehr farbbeständig und schwer entflammbar. Wolle nimmt im Gegensatz zu Kunstfasern wenig Schweißgeruch an,  neigt aber leicht zum Fusseln. Grobe Wolle fühlt sich auf der Haut manchmal kratzig an. Weichere Wollarten sind beispielsweise Merino oder Kaschmir.